Vom Jungen, der kein Kind sein wollte


R O M A N

Von nobler Herkunft, einem weißen Dreieck,
von accubare, Verrat, von wilden Zeiten
und unvergleichlichen Lebensgefühlen.
Sittenbild einer Epoche im Umbruch

Mit Anfang sechzig reflektiert Christiaan sein Leben. Er war in ein nobles Geschlecht hineingeboren worden. Als Stammhalter. Die Erwartungen an ihn waren hoch.

Er erfüllt die Erwartungen nicht und wird zu einem Psychologen geschickt. Das kann nichts Gutes bedeuten, schwant es Christiaan. Der Psychologe entpuppt sich als Psychologin. Sie testiert ihm Legasthenie. Er verliebt sich in sie. Da ist er immerhin schon acht.

Die Welt um Christiaan verändert sich in atemberaubendem Tempo. Er ist elf, als die 68er auf die Barrikaden gehen. Auf den Straßen toben Demonstrationen - gegen § 218, den Vietnam-Krieg und die prüde Sexualmoral. Emanzipation, die Pille und bald Willy Brandts Ostpolitik bestimmen die Themen. Von alle dem versteht Christiaan noch nichts. Er kämpft mit den familiären Erwartungen, mit seiner Abscheu vor der Miederwarenabteilung im örtlichen Kaufhaus, und damit noch immer ein Kind zu sein. Das alles muss ein Ende haben, sinnt er, aber wie?

Wenig später katapultieren ihn die Umwälzungen aus seinen kindlichen Irrungen und pubertären Phantasien in eine stürmische Dekade. Ganz oben auf dem Kamm der Welle der gesellschaftlichen Veränderungen rauscht er mit Neugier und Mut durch turbulente Erlebnisse. In der Schule überzeugt er weiterhin nur mäßig - dafür bei den Mädchen, meist bei Frauen die älter sind als er. Dann überrollen ihn die Ereignisse. Erst verliert er den Überblick, dann die erste große Liebe und schließlich den Anschluss. Er verlässt das Gymnasium ohne Abitur. Wie würde sein Leben weitergehen, würden sich die Wogen glätten?

Mit Anfang sechzig blickt Christiaan auf all das zurück - und fragt sich, was noch vor ihm liegt, was er noch erwarten kann und soll.

Christiaan lässt uns, erst allmählich und dann mit zunehmender Wucht, die Verheißungen eines jungen Mannes während einer aufwühlenden Ära nachspüren und den Untergang einer Epoche miterleben.

Mit Ironie und Feinsinn nimmt Constantin von Lebour uns mit auf Christiaans Weg durch oft komische, gelegentlich aber auch bittere, und immer wieder sinnliche Abenteuer - heraus aus der strengen Erwartungswelt einer noblen Familie und hinein in ein Lebensgefühl einer Generation, die sich von Konventionen befreit und der sich neue Chancen öffnen.