Kaleidoskop

R O M A N

Ein Bilderreigen von Leben, die sich begegnen,
berühren, vereinen und wieder verlieren,
und sich bei jeder Drehung neu sortieren

Um ans Ziel zu kommen, scheut Lilli nicht vor kleinen, wie sie findet verzeihlichen Manipulationen zurück. Mit solch einem Trick angelt sie sich Anton. Ihr Leben steht im Zeichen der Umwälzungen der 68er-Bewegungen – Freiheit und Liberalität. Ihre Tochter Taraneh wächst in diesem Geiste auf.

Als Einzelkind ist Taranehs Kindheit etwas eintönig. Früh beobachtet sie die Eitelkeiten und Abgründe der Erwachsenen und fragt sich, warum bei Astrid, einer Freundin ihrer Mutter, immer zwei Knöpfe der Buse mehr offenstehen, wenn auch Tom zu Gast ist, und was Marions Fuß unter dem Hosenbein von Friedrich, Astrids Mann, zu suchen hat. Ihre Eltern begleiten sie ohne Tabus bei diesen Beobachtungen. Dennoch entflieht Taraneh fürs Studium ihrer Heimatstadt München – nach Freiburg. Sie möchte unbeobachtet mit dem Leben und der Liebe experimentieren. Sie geht sinnliche Abenteuer ein. Doch dann kommt alles anders und fortan möchte sie von Beziehungen nichts mehr wissen.

Auch Paolo flieht – von Perugia nach Hamburg. Dort trifft er Nicoletta, Tochter der schrullige Schottin Joy Knox und des exzentrischen Italieners Rudolfo Pierini, beide Spätberufene der Liebe und bald überwältigt von der Entdeckung des Eros. Wider Erwarten bekommen sie doch ein Kind – Nicoletta. Auch Nicolette hat sich entzogen – der Leere ihres Elternhauses in Bra, im Piemont. Nicoletta und Paolo halten ihre Liebe zunächst im Verborgenen. Dann heiraten sie. Aber schon bald sind sie wieder getrennt. Paolo ist zerstört. Er weiß mit sich und seinem Leben nichts mehr anzufangen. In diesem Zustand begegnet er Taraneh ein erstes Mal und brüskiert sie grundlos.

Nach der Neuordnung ihres Lebens bezieht Taraneh eine Wohnung hoch über der Stadt, ihren Fluchtturm. Sie führt ein Leben ohne feste Beziehung und lässt sich nur gelegentlich auf flüchtige Affären ein. Es vergehen einige Jahre – bis zu einer schicksalshaften Sommernacht in Stockholm: Sie fühlt sich anlehnungsbedürftig und hofft auf einen launigen Flirt. Stattdessen steht Paolo vor ihr. Sie hat sein schroffes Verhalten anlässlich ihrer ersten Begegnung noch lebhafter in Erinnerung. Sie ist zu keinem Gespräch mit ihm bereit. Als die Gastgeberin ihr einen tiefen Einblick in sein Leben gewährt, verfliegt Taranehs Argwohn. Sie lässt sich auf ein Gespräch mit ihm ein. Dann überstürzen sich die Ereignisse. Eine Reise soll Taraneh und Paolo Antworten geben.

In der ‚Ouvertüre‘ und in sieben ‚Intermezzo‘ reflektiert Taraneh ihr neues Leben – bis ins ‚Finale‘. In den Kapiteln erfahren wir von den Menschen, die sie und Paolo begleitet haben und begleiten.